Pirjo Niiranen


Alta Syvien Vesien – Aus des klaren Wassers Tiefe 2006

©Pirjo Niiranen

ALTA SYVIEN VESIEN

“Aus des klaren Wassers Tiefe”

21. April bis 11. Juni 2006

Einführung: Frau Dr. Annette Kanzenbach
Kunsthistorikerin und Kuratorin aus Emden

„Aus des klaren Wassers Tiefe“, so lautet der Titel der Ausstellung der finnischen Malerin Pirjo Niiranen. Diese Verszeile aus dem finnischen National-Epos „Kalevala“ ist mit ihren widersprüchlichen Bedeutungen von klarer Durchsicht der Oberfläche und Undurchdringlichkeit der Tiefe Sinnbild für die Entstehung der neueren Arbeiten der Künstlerin. Ihre Malerei und ihr Farbempfinden sind geprägt von der Naturerfahrung und -Verbundenheit ihrer Kindheit und Jugend in Finnland.
Diese Eindrücke aus Erinnerungen, Farben und Gerüchen sind auch nach vielen Jahren des Lebens in Deutschland nicht verschwunden. Das Sediment der Bilder, abgesunken auf den Grund ihres Gedächtnisses, drängt in ihrer Malerei langsam wieder an die Oberfläche. Diesen Prozess des Auftauchens, Schwebens und Absinkens von Erinnerungen versucht Pirjo Niiranen intuitiv und entspannt auf der Leinwand festzuhalten.

In einer zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit schwebenden Malweise kreisen ihre Bilder lange um den Lebensraum am See mit seinen verschiedenen natürlichen und kulturellen Ausformungen. In den neueren Arbeiten verläßt sie die Motivik der Landschaft, der Fische und Boote. Es erscheinen Kleidungsstücke, oder Gefäße, die, wie aus der Tiefe aufgestiegen unter der Oberfläche des Wassers nur schemenhaft zu erkennen sind. Vor dunklen, undefinierten Hintergründen schweben Kleider über Gefäßen oder scheinen aus grauen Nebeln aufzusteigen. Dazwischen immer wieder Tiergestalten, die entfernt an Waldtiere, wie Rehe oder Wölfe erinnern.

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Einige dieser Motive lassen sich durch ihre Nähe zur „Kalevala“, deuten, dem National-Epos der Finnen, nach dessen Vorstellung alles Leben ursprünglich aus dem See aufgestiegen ist.

Auch in der verwendeten Farbigkeit zeigt sich deutlich die Herkunft der Malerin aus den weniger sonnenreichen Ländern des Nordens. So benutzt sie häufig gebrochene Farbtöne der Skala blau,grün, braun und grau; sog. „arme“ Farben, die bereits die skandinavische Malerei des 19. Jhds. stark geprägt haben. Daneben tauchen jedoch auch vereinzelt kräftige, nahezu explodierende Orange- oder Rottöne auf, die die Stimmung des nördlichen Abendlichtes wiedergeben.

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