10. Juni – 19. August 2017

Together

Anna Bart, Matthias Langer, Susanne Ring

Ausstellungsansicht
Ausstellungsansicht

 

©Susanne Ring, o. T.

Susanne Ring, Ausstellungsansicht

Anna Bart, o. T., 2016,

Anna Bart, o. T., 2016, Ausstellungsansicht

©Matthias Langer, 250813, 2013

Matthias Langer, 250813, 2013

Die Ausstellung „Together“ stellt zwei Künstlerinnen und einen Künstler vor, in deren Arbeiten der Fokus auf Themen des menschlichen Miteinanders liegt.

Anna Bart, die im letzten Jahr als Meisterschülerin bei Prof. Baumkötter das Studium in Bremen abgeschlossen hat lässt sich von Alltagsgegenständen zum Malen anregen. In sehr eigenständiger, freier Malerei, die mit wenigen Pinselstrichen auskommt, setzt sie sich u.a. mit den randständigen Dingen des Lebens auseinander, wie Wurstverpackungen, Portionsdosen von Kondensmilch oder Nudelsuppentüten. Ein Studiensemester in Nagoya, Japan im Jahr 2011 hat ihr Interesse auf Häuser und deren Möbel, Boden- und Wandbedeckungen gelenkt. Anna Bart hat damit begonnen, die kleinen japanischen Häuser in „gefühlter“ Originalgröße auf große Papierbögen zu malen. Möbelstücke und Zimmereinrichtungen hat sie auf durchscheinendem Architektenpapier malerisch übertragen und später als Rauminstallation aufgehängt: In Japan ein deutsches Zimmer, in Deutschland ein japanisches. In der Ausstellung „Together“ zeigt sie einen kleinen Ausschnitt ihrer Arbeiten der letzten beiden Jahre.

Matthias Langer hat schon während seines Studiums bei Prof. Dörte Eißfeld in Braunschweig damit begonnen, mit einer alten Plattenkamera zu arbeiten. Das ermöglicht ihm, mit Langzeit-Blenden zu fotografieren und er setzt sie vorzugsweise bei Hochzeitsfeiern, Picknicks oder Essenseinladungen ein. Dabei platziert er die Kamera wie einen stillen Gast am Tisch und packt sie erst am Ende wieder ein. Die geöffnete Blende hatte während der gesamten Dauer die gemeinsam verbrachte Zeit abgelichtet. Auf der Belichtungsschicht haben sich aber nur die feststehenden Gegenstände eingeschrieben, von den beteiligten Personen ist aufgrund ihrer für die Kamera zu schnellen Bewegungen kaum eine Spur, sondern allenfalls so etwas wie eine geheimnisvolle Ahnung erhalten. Die Fotos, die auf statische Weise die vergehende Zeit abbilden, erhalten dadurch eine fast magische Atmosphäre.

Susanne Ring arbeitet als Bildhauerin schon länger mit dem Material der gebrannten Keramik. Ihre Figurengruppen, die sie wie im Theater „Ensembles“ nennt und die sie zu Installationsbildern aufstellt, sind stark von künstlerischer Intuition und spontanen Einfällen geprägt. Die Arbeiten sind scheinbar „einfach“ handwerklich gefertigt und tragen doch vielschichtige und z.T. rätselhafte Bedeutungen vor sich her. Sie spielen mit archaisch erscheinenden Verzierungen und Ornamenten und sind in Ihrer collageartigen Zusammensetzung zeitlich doch eindeutig nach der Moderne einzuordnen. In ihrem Formenreichtum changieren sie dazwischen, Prototypen einer fremden Kultur oder Repräsentanten von ganz ursprünglichen, menschlichen Erfahrungen zu sein.

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