Georg Schulz

Bretter, die die Welt bedeuten 2015

7. November – 6. Dezember 2015

Die Ausstellung wird verlängert bis zum 9. Januar 2016.

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©Georg Schulz, o.T., 2015

Georg Schulz, o.T., 2015, Lindenholz, Pigmente, Nägel,

©Georg Schulz, o.T., 2015

Georg Schulz, o.T., 2015, Lindenholz, Pigmente

Georg schulz, o.T., 2015

O.T., 2015, Lindenholz, Acrylfarbe, Nägel, Höhe ca. 20 cm

Georg Schulz, o.T., 2015, Lindenholz, Pigment, Höhe ca 20 cm

Georg Schulz, o.T., 2015, Lindenholz, Pigment, Höhe ca 20 cm

©Georg Schulz, o.T., 2015

Georg Schulz, o.T., 2015, Lindenholz, Pigmente, Fahrradschlauch

Georg Schulz, o.T., 2015

Georg Schulz, o.T., 2015, Lindenholz, Pigmente

©Georg Schulz, o. T., 2015

Georg Schulz, o.T. , 2015

©Georg Schulz, o.T. , 2015

©Georg Schulz, o.T. , 2015

Georg Schulz, o.T. , 2015

Georg Schulz, o.T. , 2015

Georg Schulz’ Holzfiguren, denen er mit wuchtigen Schlägen und großem Beitel zu Leibe gerückt ist, spiegeln einen feinen Blick auf Menschen, ihre Körpersprache und ihren Alltag wider. Die treffsicher angesetzten Schläge hinterlassen im Holz kantige Flächen, die jeweils nur eine Andeutung dessen zeigen, was sie hätten sein sollen oder können. Die grob behauene Form macht aus den Figuren etwas Provisorisches. Sie scheinen ein Entwurf zu sein, dem allerdings jedes spannungsvolle und idealtypische Element fehlt. Stattdessen führen die Körper mit ihren schiefen Rücken, hängenden Armen und vorfallenden Schultern die größtmögliche Ferne zur derzeit herrschenden, am Fitnessgedanken orientierten Körpervorstellung vor.

Dass die Figuren trotz ihrer mangelhaften Erscheinung zu Sympathieträgern werden, liegt an den Widersprüchen, die sie transportieren. Der grobe Schnitt führt dazu, dass ihre Gesichter wie vom Wetter gegerbt, die Kleider vom Wind gebeutelt wirken. Andererseits spiegelt sich in der sorgfältig aufgetragenen Kleidung eher eine bürgerliche gesellschaftliche Rolle. So sind distinguierte, dunkle Anzüge und Krawatte bei den Herren und das kleine Schwarze bei den Damen häufig anzutreffen. Bei den Frauenfiguren wird der Gesichtsausdruck durch eine knallrote Lippenfarbe verstärkt und an den Händen werden rot lackierte Fingernägel angedeutet. Insgesamt scheint es also eine illustre Gesellschaft zu sein, die sich da auf Podesten und Bühnen versammelt. Es handelt sich zwar deutlich um Karikaturen, ihre Überzeichnung bleibt aber moderat und verallgemeinert. Die Nähe zum gesellschaftlichen Spiegelbild, verbunden mit ihrer unfertigen, unpopulären Silhouette verleiht den Figuren etwas Anrührendes, Abgearbeitetes; gerade so, als würden sie sich trotzig dem Gegenwind des Lebens entgegen stellen, obwohl das nahe Scheitern schon zu spüren ist.

Kurt Tucholsky hat das einmal so ausgedrückt: „Humor: zu fühlen, dass es von oben reichlich unsinnig aussieht, was wir hier aufführen. Und dennoch zu seiner Sache zu stehen. Und abends um neun, wenn alles fertig ist, zu wissen: Es lohnt sich kaum – aber man muss ran.“