Hinrich Brockmöller & Karolin Runge

Unter Palmen 2009

©Hinrich Brockmöller, 2009

6. November – 6. Dezember 2009

Vernissage: 6. November 20 Uhr
Einführung: Dieter Begemann

Finissage: 6. Dezember 11- 16 Uhr

©Karolin Runge, 2009©Karolin Runge, 2009

Die Arbeiten von Hinrich Brockmöller und Karolin Runge sind gleichermaßen untergründig von Erinnerungen an die eigene Kindheit und durch die medial vermittelte Bildwelt geprägt, die allgegenwärtig ist.

In die Auseinandersetzung um die schlüssige Bildkomposition oder die gelungene Form fließen bei beiden aus dem riesigen Reservoir medialer Bilder gespeisten Vorstellungen ein. Dabei gewinnen diese “öffentlichen” Bilder manchmal scheinbar die Oberhand oder bleiben als Referenz sichtbar, sie werden jedoch nicht ohne Brüche verarbeitet.

Hinrich Brockmöller, der im letzten Jahr in der Ausstellung „Das kleine Format“ mit Bronzeabgüssen von Landschaftseindrücken zu sehen war, zeigt dieses Mal u.a. eine Reihe von kleinformatigen Krankenzimmern mit dem Titel „Krankenhaus Süd“, deren Entstehung auf Kindheitserinnerungen beruhen, bei denen er sich aber gleichzeitig bemüht, eine Reihe von Chiffren abzubilden, die unsere Vorstellung eines Krankenhauses prägen. In glänzenden Aluminiumgüssen tauchen nebeneinander aufgereihte Betten mit akkurat gelegten Bettdecken und große Fensterfronten auf, die für moderne Krankenhäuser fast obligatorisch zu sein scheinen. Einige Räume sind mit einem Unterbau aus Rohren versehen und verweisen auf das technoide Innenleben dieser Gesundheitsstationen als Basis dieser geordneten Pflege und Hilfeleistungen.
Auch seine Serie „Palmen“ spielt mit den Assoziationen von Urlaub und Exotik, die sich damit verbinden. Zwischen einzelnen Palmen oder sich im Wind biegenden Baumgruppen tauchen auch Exemplare aus der neueren Medienwelt auf. So gibt es einen Bronzeabguss einer „Pixelplame“, wie sie bei noch wenig entwickelten Computerspielen der 80er Jahre zu finden war oder eine „Legopalme“, die die Stilisierung dieser Pflanze zur Perfektion treibt und sie gleichzeitig anschlußfähig für weitere Spielwelten macht.

Karolin Runges Erinnerungswelten sind nicht nur von den behüteten Gärten ihrer Kindheit in der Lüneburger Heide und von einer Fülle von Kunstbänden geprägt, sondern auch von zwei längeren Aufenhalten in Israel. Ihre Malerei changiert zwischen altmeisterlich gemalten Pflanzen und Fantasiegärten und zerstörten Gegenständen und Statussymbolen. So ist eine Reihe mit ausgebrannten oder brennenden Autos entstanden, deren akribisch und meisterlich gemalte Flammen deutlich das Vorbild der typischen rauchfreien Feuer aus Film und Fernsehen erkennen lassen. Ihre Pflanzenwelten im Stile des gemalten Paradiesgärtleins früherer Kunstepochen zeugen von einer eigenwilligen, heutigen Farb- und Bildauffassung und von visionären Fähigkeiten.

Beide Künstler stehen noch am Beginn ihrer künstlerischen Karriere. Sie studieren derzeit an der Hochschule für Künste in Bremen; Hinrich Brockmöller vormals bei Bernd Alternstein und jetzt bei Franka Hörnschemeyer, Karolin Runge ursprünglich bei Karin Kneffel und später bei Markus Willeke.

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