Gabriele von Lutzau


Wächter und Lebenszeichen 2004

©Gabriele von Lutzau, Installation Lebenszeichen

Skulpturen und Bronzen

7. Mai – 20. Juni 2004
Einführung: Antje Schneider, Kunsthistorikerin

Vernissage: 7. Mai 20 Uhr
Finissage: 20. Juni 11 bis 15 Uhr

Ausgangspunkt der fabelartigen Skulpturen der Frankfurter Künstlerin Gabriele von Lutzau ist ihre Auseinandersetzung mit der Endlichkeit des Lebens und der tief verankerte Wunsch, aus Vergangenem etwas Neues zu erschaffen. Deshalb wählt sie für ihre Arbeiten mit Vorliebe wertlos gewordenes Holz aus, wie vom Wind abgeknickte Äste oder große Thujabäume, die samt Wurzeln aus der Erde gerissen wurden. Mit der Kettensäge glättet sie das Holz, reduziert es, zieht Rinnen hinein, staffelt Falten hintereinander oder formt Rundungen – Immer in einer Art Zwiesprache mit der ursprünglichen Form des Holzes, die nie ganz zugedeckt wird. Aus dieser Wechselbeziehung zwischen der spezifischen Charakteristik des Baumes und dem Prozess des Neuschöpfens entstehen Skulpturen, die, nachdem sie mit Feuer geschwärzt sind, Spuren und Strömungslinien einer über sie hinwegfegenden Energie zu speichern scheinen.

©Gabriele von Lutzau, Birds of prey

Aus Thuja-Bäumen – eher als Lebensbäume bekannt – entstehen Skulpturen mit einem eigenen Wesenscharakter: die Werkgruppe „Lebenszeichen“. Trotz ihrer Abstraktheit rufen sie Assoziationen wach an Tänzer, Vögel oder miteinander kommunizierende Paare. Auf langen Stelzen schwebend und in Bewegung erstarrt scheinen sie von einem eigenen Leben erzählen. Einem Leben, das seine Existenz der eines Baumes verdankt und diese Herkunft nicht leugnet. Der aktuelle Wahrnehmungsraum der Skulpturen verbindet sich so mit der Erinnerung an ihre ursprüngliche, vergangene Form. Die durch die vielfältige Formgebung hervorgerufene spontane, fabulierende Assoziationslust geht eine Synthese ein mit Erinnertem und Erfahrenem.

©Gabriele von Lutzau, Giganten©Gabriele von Lutzau©Gabriele von Lutzau, Ikarus©Gabriele von Lutzau, Ikarus