Projektausstellungen

Böhler & Orendt: Transcending Excellence is our Heritage, 2011

5. Mai – 5. Juni 2011

in der Gleishalle am Güterbahnhof, Beim Handeslmuseum 9, 28195 Bremen

Eröffnung: 5. Mai um 19 Uhr durch Jens Börnsen, Präsident des Senats

©Böhler&Orendt, Detail aus: Transcending Excellence is our Heritage©Böhler6Orendt, 2008, Detail: Prairie©Böhler & Orendt, Transcending Excellence...,2009, GesamtansichtBöhler & Orendt auf dem Kunstfrühling 2011, Tranzcending Excellence is our Heritage, InstallationBöhler & Orendt auf dem Kunstfrühling 2011, Tranzcending Excellence is our Heritage, InstallationBöhler & Orendt auf dem Kunstfrühling 2011, Tranzcending Excellence is our Heritage, InstallationBöhler & Orendt auf dem Kunstfrühling 2011, Tranzcending Excellence is our Heritage, InstallationBöhler & Orendt auf dem Kunstfrühling 2011, Tranzcending Excellence is our Heritage, InstallationBöhler & Orendt auf dem Kunstfrühling 2011, Tranzcending Excellence is our Heritage, InstallationBöhler & Orendt auf dem Kunstfrühling 2011, Tranzcending Excellence is our Heritage, Installation

 

Während der Ausstellung “Kunstfrühling 2011” in der Gleishalle am Güterbahnhof in Bremen zeigt die GalerieKramer die Installation “Transcending Excellence is our Heritage” von Matthias Böhler& Christian Orendt.

Die Arbeiten der beiden Nürnberger Künstler bestehen aus komplexen Installationen, die einen ironischen und zum Teil sarkastischen Blick auf die Welt werfen und liebgewonnene Parameter ihrer Deutung in Frage stellen.

So setzt sich ihre Installation Allein der Gedanke zählt (2008 im Wewerka Pavillon in Münster realisiert) mit den vermeintlich guten Absichten selbsternannter Weltretter auseinander, deren Aktionismus nicht mehr nach dem erzielten Ergebnis fragt. Unter den nachgebauten möglichen Rettungs-Szenarien befindet sich beispielsweise auch ein Kaffekränzchen für Stiefmütterchen.
Ihre Trilogie Der gute Wille (2009, 2010) besteht aus dem Nachempfinden scheinbar funktionaler Industrieabläufe, die als raumfüllende Modellbauten einen Gesamtblick auf eine miniaturisierte Welt ermöglichen. ‘Am Ende des Tages’ münden deren Ergebnisse jedoch in der Absurdität. So fahren die in einem endlosen, aufwendigen Logistikrythmus beladenen Lastwagen auf einen Tunnel zu, der leider nur aus schwarzer, auf die Wand gemalter Farbe besteht.

Transcending Excellence is our Heritage ist eine Installation, die 2008 für alternative Kunstmessen in Malmö und Stockholm entwickelt wurde. Auf einzelnen Museumspodesten sind 13 denkwürdige Architekturen oder Begebenheiten in miniaturisierter Form nachgebaut, die von der Großartigkeit menschlicher Höchstleistungen zeugen sollen. Jedes einzelne Exponat ist, wie im Museum üblich, mit einem erläuternden Text versehen. Die Erläuterungen für die Demonstration dieser Höher- Schneller-Weiter-Denke sind in englischer Sprache abgefasst, um die Globale Wirksamkeit dieser, wie die Künstler meinen „anthropologischen Konstante immer besser zu werden“, zu betonen.

Die Exponate zeigen Wissenschafter, die den höchsten, von Menschen angehäuften Sandberg mit Segways befahren, den Nachbau eines Hochsicherheitsgefängnisses in einer Schneewüste in Kanada, ein neues, satelitengestütztes Sicherheitssystem für das Pentagon sowie einen Supertanker, der die gesamten Ölvorkommen der Welt fassen kann, damit aber für den Globus leider zu groß ist. In der Nachbildung balanciert er auf der nördlichen Erdhalbkugel.

Ausgestellt wird außerdem eine Fabrik mit einem ernormen Output an frischen BRAWNIS®, die vorerst in einem hohlen Baum gelagert werden, bis man sie verschiffen kann oder bis eine bessere Lösung gefunden ist.
Zu sehen ist weiter eine kleine Blockhütte in der kanadischen Prärie – gefertigt aus schweren Aluminiumträgern.
Der höchste, jemals von Menschen erbaute Turm steht in der Antarktis, weil er die dort herrschenden klimatischen Bedingungen braucht, denn er besteht aus gefrorenen menschlichen Exkrementen.
Das Exponat E 98 zeigt eine „bemerkenswerte Demonstration menschlicher Empathie“: 24 Aktivisten umarmen den Stumpf eines gigantischen Mammutbaumes, „Agamemnon“ genannt.

Matthias Böhler& Christian Orendt, beide Anfang der 1980er Jahre geboren, haben in Nürnberg Kunst studiert und sind sowohl als Solokünstler als auch als Duo auf dem Kunstmarkt vertreten. Sie wurden für ihre Arbeiten jeweils einzeln als auch gemeinsam mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Im November diesen Jahres wird ihnen der Bayerische Staatspreis für bildende Kunst verliehen.